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Christiane Singer: "Une Passion - Entre ciel et chair"

geboren 1943 in Marseille, studierte französische Literaturwissenschaft, lehrte sechs Jahre als Gastdozentin an der Universität Freiburg und Basel in der Schweiz.
1967 Heirat mit Giorgio Thurn-Valsassina, zwei Söhne: Dorian und Raphael. Lebt mit ihrer Familie im niederösterreichischen Waldviertel auf der Burg Rastenberg.
 
Mit zwölf vielfach ausgezeichneten Romanen und Essais gehört sie zu den bekannten Schriftstellerinnen Frankreichs:
1978 "La mort viennoise" – Preis des franz. Buchhandels ("Der Tod zu Wien" bei Molden)
1983 "Les âges de la vie" - 22 Auflagen "Zeiten des Lebens" (Listverlag)
1988 "Histoire d’âme" – Preis Albert Camus
1998 "Eloge du mariage de l’engagement et autres folies" ("Lob der Ehe, der Bindung und andere Verrücktheiten" - noch nicht übersetzt) mit dem Preis der Academie Francaise ausgezeichnet (80.000 verkaufte Exemplare)
1999 "Rastenberg" bei List, München (vergriffen, Nachdrucke in Rastenberg zu bestellen)
 
Als vorläufig krönender Höhepunkt ihrer Schriftstellerkarriere wird Christiane Singer am 4. November 2006 der Grand Prix de la Langue Française für ihr Lebenswerk verliehen. Die anspruchsvolle Jury dieses Preises setzt sich aus Mitgliedern der Academie Française und der Academie Goncourt zusammen
 
"Une Passion - Entre ciel et chair", 1992 bei Albin Michel erschienen, 1993 mit dem Prix des Écrivains croyants ausgezeichnet, ist die aufwühlende, authentische Liebesgeschichte von Abélard und Héloïse im Paris des 12. Jahrhunderts. Christiane Singer erzählt diese Geschichte nach ausgiebigem Studium des bis heute erhaltenen Briefwechsels des Liebespaares mit viel Einfühlungsvermögen aus dem Blickwinkel Héloïses, die an ihrem 60. Geburtstag im Kloster ihr Leben Revue passieren lässt und das Unsagbare niederschreibt: "Ich habe ein ganzes Leben durchschritten, in dem mein Blut bereits bei deinem Namen, Pierre Abélard, Feuer fing!"
 
"Auf diesen Seiten, auf all diesen Seiten will ich von der Liebe sprechen. Alles, was auf Erden geschrieben, gesagt, geflüstert, gebrüllt, aus Leibeskräften geschrieen wurde, spricht von der Liebe. Auf all diesen Seiten will ich aus Gründen der Aufrichtigkeit von der Liebe sprechen – denn nie, nie vermochte mich in all den langen Jahren etwas davon abzubringen – weder die Einsamkeit noch die Verzweiflung, weder die Prüfungen, noch die herzlosen Härten unsres Jahrhunderts ... Drei Mal habe ich in meinem klösterlichen Leben das Eindringen des Göttlichen erfahren – jene Momente, die mir den Atem raubten, in denen Ekstase und Entsetzen sich vereinen. Jedes Mal, jawohl, in jedem dieser dreier Male entrang sich meiner Brust sofort ein Schrei: O Herr, nicht ohne Abélard, nicht ohne ihn!"
(=Auszug aus dem 1. Kapitel "Laudes")
 
Um von der Passion, der Leidenschaft der Liebe, zu sprechen, wie sie im intimsten Inneren der Seele und des Körpers empfunden wird, durchlebt Christiane Singer von neuem die Passion, die leidenschaftliche Liebe der Héloïse, Quintessenz der liebenden Frau, der Liebenden, wie Yseut (Isolde), wie Louise Labé oder wie die Portugiesische Nonne, die das Absolute der sinnlichen und mystischen Liebe inkarnieren. Wie in ihren Romanen "Tod in Wien", "Histoire d'Âme", "Les sept nuits de la reine" und – soeben in Frankreich erschienen – "Le Châtiment" oder in ihren Werken wie Zeiten des Lebens und "Rastenberg" (die auch auf Deutsch erschienen) schenkt Christiane Singer uns mit dieser so heidnischen wie religiösen Beichte, mit diesem leidenschaftlichen, selbst die Nacht von Wahnsinn und Verzweiflung durchschreitenden Brevier, mit dieser Verherrlichung der Lust und der Ekstase einen Text, der seine Stellung unter den dichtesten und intensivsten, die jemals über die Liebe geschrieben wurden, bewahren wird.

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